Reisetagebuch

Unser persönliches, echtes, geheimes Tagebuch: Bekommt außer uns natürlich niemand zu lesen. Aber damit ihr trotzdem wisst, was ich und die anderen gerade so treiben, findet ihr hier unsere Tagesnotizen.

 

 

 



Start - Saint Jean Pied de Port Tag 1
Die Reise beginnt... und wir sind alle sehr aufgeregt! Gleich geht es zum Flughafen und dann mit dem Flieger nach Biarritz in Frankreich. Von dort aus werden wir den Bus weiter nach St. Jean Pied de Port nehmen .Dies ist das Tagesziel, wir werden dort eine Nacht bleiben und uns dann nach einer ersten Nacht in einer Pilgerherberge auf den Weg in die Pyrenäen Hoffentlich klappt es!!Am frühen Nachmittag sind wir gut und sicher in  Saint Jean Pied de Port angekommen und haben uns eine hübsche und "spezielle" Herberge ausgesucht. In der Herberge lebten 2 Katzen, 2 Hühner und drei Hunde. Abends saßen sie mit Frauchen vor dem Fernseher und schauten spanische TV Sendungen. (Bilder davon gibt es im Internet). In unseren Zimmer gab es 4 Hochbetten. Wir mussten alle oben schlafen, da die unteren Betten alle belegt wie waren. Josef hatte große Schwierigkeiten und konnte nur mit viel Mühe aufs Bett gebracht werden. In der Nacht machte mich Josef und auch die anderen wach , weil er auf Toilette musste. Er probierte einige Varianten vom Bett runter zusteigen, aber bei keiner fühlte er sich sicher. Nachdem ich Josef ermutigt hatte vom Bett abzusteigen, mittlerweile waren alle wach, ging er Rückwärts runter vom Bett als er und Bett zur Seite neigen und Josef mit einem riesen Knall auf das Bett der anderen Frau landete. Es war so laut das alle im Haus wach wurden. Dominik machte das Licht an und konnte es vor Lachen nicht mehr aushalten. Ich sah das Ausmaß der Katastrophe. Das Doppelbett war in mehreren Einzelteilen und  die Frau unter Josef aus dem Bett gerollt. Sie erlitt einen Schock sowie die Personen auf den das Doppelbett drauf gefallen ist. Zum Glück blieb jeder einigermaßen unverletzt. Es gab sehr viel Ärger von der Besitzerin des Hauses sowie von den anderen Pilgern. Josef war in der Zwischenzeit auf Toilette und entzog sich aus jeder Verantwortung, die ich natürlich gerne übernahm. Alle Pilger mussten anschließend sofort das Haus verlassen und um halb 6 standen wir alle vor der Tür. Was für eine (erste) Nacht!!!

 

 

Roncevalles Tag 2
Nachdem ganzen durcheinander in der Nacht, haben wir uns direkt am frühen Morgen auf denWeg durch die Pyrenaeen nach Roncesvalles gemacht. Da alle Herbergen auf dem Weg schon besetzt waren, mussten wir 27 km bei 30 Grad und einer Steigung von 45% an einem Stück bewältigen und sind abends mehr als erschöpft in Roncesvalles angekommen. Dort haben wir einen Massenschlafsaal (Schnarchsall) mit 200 Anderen bezogen und uns häuslich eingerichtet.


Zubiri Tag 3
Früh um 6Uhr wurden wir mit kirchlichen Klängen sanft geweckt. Nun ging es darum sich einen Platz am Waschbecken zu sichern und die morgendliche Wäsche zu erledigen!! Auch das ging irgendwie ;-)
Von Roncesvalles ging unsere Reise weiter 23 km nach Zubiri. Wir dachten das Schlimmste lag hinter uns.... wurden aber schnell eines Besseren belehrt. 9 Stunden brauchten wir Damen unter sonniger Dauerbestrahlung bis wir endlich über etliche Geröllpisten in Zubiri ankamen. Leider so spät, dass wir keine freie Herberge mehr bekamen und auf dem Boden in einer Notunterkunft in einer alten Fabrikhalle nächtigen mussten. Wir waren so erschöpft, dass das Abendessen ausfiel und wir direkt in komatösen Tiefschlaf fielen. Natürlich nah einer ordentlichen Dusche!!



Larrasoana Tag 4
Von Zubiri nach Larrasoaña ging es am Freitag für uns. Diesmal nur 6 km, da wir alle recht angeschlagen waren von den vergangenen Tagen. Auch die weibliche Fraktion hat diesmal nur 100x nachgefragt wann wir denn endlich ankommen. Der Weg war halt kürzer ;-)
In Larrasoanña haben wir uns zur Abwechslung eine hübsche Pension gegönnt und konnten mal wieder alleine Duschen. Welche Wohltat!!




Pamplona Tag 5
Heute hatte Petrus schlechte Laune und wir sind bei ganz schlechtem Wetter schon um 4:30 Uhr nach Pamplona gewandert und haben dort das Casa Paderborn bezogen. Eine Herberge unter deutscher Leitung. Dort wurden wir herzlich aufgenommen und haben wieder in Hochbetten in einem 6 Bettzimmer geschlafen. Anschließend haben wir Pamplona besichtigt, die Stierkampfarena und die Kathedrale mit Diözesanmuseum. Zum guten Abschluss des Tages gab es wie immer das obligatorische Pilgermenü.

Puente la Reina Tag 6
Schon um Halb sechs gab es kirchliche Klänge die uns aus den Betten warfen. Wir bekamen unser ersten richtiges Frühstück bevor es auf den Camino ging. 23 km lagen vor uns und wie fast die ganze Zeit über Geröll und Schutt mit wahnsinnigen Steigungen. Da 23 km sehr lang sind kann Mann oder Frau sehr häufig fragen, wann sind wir denn endlich da? Wie weit ist es denn noch ( und das nach den ersten 200 Metern)? Aber eines kann ich Euch sagen, die Pfunde purzeln hier bei Allen!!
Nach einem sehr langen und extrem harten Weg haben wir nach 10 Stunden Geh Zeit endlich irgendwann Puente la Reina erreicht.
Wieder haben wir einen großen Schlafsaal bezogen, diesmal mit nur 70 Personen. Kontakte haben wir natürlich auch schon viele geknüpft, denn wir sind ja nicht Menschenscheu! Mittlerweile kennt uns der halbe Camino und besonders Anna wird schon aus der Ferne von vielen erkannt.






Lorca Tag 7
Es ist extrem warm. Wir haben einen strahlend blauen Himmel und Temperaturen weit über 20 Grad.
Da sich langsam bei dem Einem (Andreas) oder Anderen (Tanja) erste Ausfallerscheinungen sichtbar machen, haben wir heute einen kurzen Weg von nur 15km angesteuert. Nach 7 Stunden auf und ab haben wir Lorca erreicht und eine wirklich nette Herberge bezogen. Wir haben Glück und haben ein Zimmer für uns 6 allein!! Zwar nur eine Dusche, aber Abstriche gehören dazu und das hier ist gerade wahrer Luxus!!


Los Arcos Tag 8
Am heutigen Tag war das der Himmel bewölkt und wir haben Temperaturen von ca. 25 Grad. Eine schöne kühle Abwechslung gegenüber den anderen warmen Tagen. Tanja hatte von der letzten Nacht am ganzen Körper Bettwanzen und ich hatte Flohbisse, so ein Arzt den wir in einem Dorf kurz vor Leon getroffen haben. Tanja und ich machten scherze darüber was schlimmer ist Bettwanzen oder Flöhe zu haben. Die Jury ( Dominik, Nadine, Anna und Josef) entschieden sich, dass beides unangenehm  ist und mussten ein bisschen schmunzeln.  In der Herberge cremten wir uns ordentlich nachdem Duschen ein (Voltaren) und begutachten unsere zerbissenen Körper. Komischer weise waren Tanja und ich diejenigen, die sich immer am Körper nachts bedeckt hatten und nur in unseren Schlafsäcken schliefen, da wir eig. sowas verhindern wollten. Die anderen vier, schliefen nachts halbnackt auf den zum Teil „versifften Matratzen und hatten nichts am Körper. Dominik meinte, das liegt an den Personen und alle haben laut gelacht, auch andere Pilger . Am Abend saßen wir 6 in einen Aufenthaltsraum und teilten uns eine Flasche Wein sowie eine Flasche Cola Zero.



 

Viana Tag 9
Wieder früh aus der Herberge raus, machten wir uns bei sonnigen und wolkenfreien Wetter auf dem Weg Richtung Santiago. Die Etappe verlief heute über steinige und enge Gehwegen, sowie  neben engen Schluchtenpfaden. Trotz alle dem wurde nur wenig gejammert und stattdessen sind die Frauen mal vorausgelaufen und die Männer als „Beobachter“ direkt dahinter. Die Landschaft ist atemberaubend, sowie die Vielfalt der Pflanzen und Blumen die dort wachsen.
An einigen Stellen wird es sehr eng, sodass wir mit Größter Vorsicht und langsamen Schritten den kleinen Bergpass durchquerten. Josef rutschte sogar auf dem Geröllweg ein wenig weg und verletzte sich ganz leicht am Knie. Er konnte nach einer kleinen Behandlung mit Wasser und Pflaster schon wieder weiter laufen und haben nach ca. 23 Kilometer unsere nächste Herberge erreicht .



 

Naverette Tag 10
Mit einem ordentlichen Frühstück im Kiosk und einem starke Kaffee machten wir uns auf dem Weg. Josef musste heute in einer langen Hose laufen, das seine restlichen Sachen dreckig bzw. durchgeschwitzt sind. Unsere Strecke verlief zwischen vielen Weizen, Gersten und Roggen Feldern.
Dominik und Josef fanden es besonders schön und fachsimpelten, wie lange wohl ein Traktor braucht, um diese Menge zu ernten. Nadine und Tanja quatschten über Männer und die große Liebe und Anna redete mit mir mal wieder über Königsberger Klopse mit viel Kapern und Kartoffelpüree . Auf unserer Etappe trafen wir erneut bekannte Gesichter und liefen einige km mit Ihnen. Die Zeit verging dadurch wie im Flug und auch das heiße Wetter wurde nur wenig beachtet.
Die Herberge  in der wir unser Quartier aufschlagen ist sehr schön. Wir haben hier sogar Internet (langsam) und eine kleine Bar. Am Abend saßen wir Pilger wieder alle am Tisch und haben gemeinsam gegessen. Neben uns saß Rolf, der uns richtig ans Herz gewachsen ist. Er kann sich wirklich Prima mit unseren Leuten unterhalten und erzählte einige aufregende Dinge aus seinem Leben. Tanja und ich schauten uns um und fanden die Atmosphäre als sehr herzlich und wohltuend. Ein sehr schöner Abend.



Belorado Tag 12
Heute Morgen gab es nach langer Zeit mal wieder kirchliche Musik. Wir machten uns fertig und waren wieder sehr früh (6.30 Uhr) unterwegs. Auf unserem Weg kamen wir an vielen kleinen Dörfern vorbei. Einige von denen, haben kleine Kapellen die wir besichtigten. Zudem war es ein kühler Platz, was sehr angenehm war, da das Wetter wieder sehr heiß ist. Auf unserer heutigen Etappe gab es wieder wenig Schatten und dazu einige kurze Steigungen die auf Dauer echt Anstrengend wurden. Anna und Nadine kamen heute an ihre Grenzen und mussten einige Pausen einlegen. Dominik und Josef liefen schon mal weiter. Tanja war bei den Mädels und ich musste meine Füße versorgen, weil sich ein zwei Blasen, sowie Abdrücke gebildet hatten, die etwas weh tuhen. Komplett durchgeschwitzt und ausgepowert, kamen wir an der Herberge an. Dort haben wir als erstes geduscht und anschließend unsere Füße versorgt.  Jetzt am Abend sind wir sehr müde und gehen auch gleich schlafen.




Atapuerca Tag 13
Am nächsten Tag und einigermaßen ausgeruht ging es auf sandigen Gehwegen weiter.
Dominik versuchte mich mit Punk-Musik zu begeistern und fing direkt mit einem Solo an. Ich fand es natürlich sehr amüsant und auch die anderen mussten Lachen, da nicht jeder auf dem Jakobsweg so abrockt . Nadine und ich versuchten stattdessen Lieder von den Flippers nach zu trellen. Josef, der langsam warm wurde, hatte auch ein bisschen mitgesummt. Und wenn man sich umdrehte, sah man Sargent Blecking mit der „nicht laufend wollenden“ Anna, die alle 5 Minuten motiviert  bzw. auf den nächsten Berg geschoben werden musste . ( Sehr lustig!!)
Angekommen, durfte Tanja als erstes Duschen(hatte sie sich verdient) und am Abend saßen wir mit anderen Pilgern an einem Tisch an aßen zusammen zu Abend.


 

 

 

 

Burgos Tag 14
Heute sind wir in Burgos angekommen. Eine große Stadt mit vielen Geschäften und Sehenswürdigkeiten. Wir informierten uns am Touristenbüro über eine günstige Unterkunft und Restaurant.
Die Kathedrale von Burgos war sehr schön und imposant. Im inneren der Kathedrale sind sehr viele Skulpturen  und verzierte Wände.
In der Herberge angekommen legten wir unsere  Sachen ab und machten uns auf dem zum Restaurant.  Nachdem Essen liefen wir noch ein wenig durch die Stadt und fuhren zum Abschluss mit der Bimmel Bahn quer durch Burgos .



 

Hontanas Tag 15
Schweren Herzens haben wir Burgos verlassen und machen uns weiter auf dem Weg.
Viele Pilger liefen mit uns aus der Stadt in Richtung unberührter Natur. Schon wenige Km hinter Burgos war die Stadt nicht mehr zu sehen und vor uns war ein kleines Gebirge das wir durchqueren mussten.
Ein dauerndes Gestöhne „wann sind wir denn endlich da“ sowie der große Hunger nach deutscher Hausmannskost war wieder Alltag. Der Weg war einigermaßen Geröll frei, hatten aber einige schwierige Passagen, die wir nur mit Teamarbeit gemeistert haben. Am späten Nachmittag waren wir fix und fertig angekommen und legten uns nach dem Duschen und einer üppigen Mahlzeit, nur noch ins Bett.




 

Tag 16 -  Fromista
18.05.2011

Heute sind wir auf dem Weg nach Formista. Dort steht einer der vier großen romanischen Kirchen des Camino. Natürlich sehenswert und ein guter Grund dort für eine Nacht zu bleiben. Der Weg dorthin war weitestgehend eben und frei von Geröll. Lange gerade Strecken prägen die Etappe nach Formista. Nach ca. 32 km erreichten wir unsere Herberge. In der Nähe der Herberge sind mehrere Bars, wo wir uns nach einer langen aber "einfachen" Etappe ein Glas Rotwein bzw. Bier gegönnt haben. In der Nacht gab es erneut viele Schnarcher, die ein Einschlafen fast unmöglich gemacht haben. Für Dominik wurde es zu laut und er hat sich mit seinem Schlafsack nach draußen gelegt.


 

 

Carrion de condes Tag 17
Es ist sehr heiß. Wir wurden erneut früh geweckt und waren seit halb 7 auf den Beinen. Anna erzählte mir die ganze Zeit von Königsberge Klopse mit viel Kapern und Kartoffel-Püree. Ich wiederum versuchte einen klaren Gedanken zu fassen und nicht an leckeres Essen zu denken. Tanja und die Boys sind schon mal ein bisschen vorgelaufen, sodass ich heute mal mit Frauen gelaufen bin. Beim Laufen verglich ich die Schrittgröße mit Nadines und meiner und stelle fest, dass sie doppelt so viel läuft als ich. Als ich Nadine drauf ansprach, lachte sie nur und meinte, dass sie ja auch ein wenig abnehmen möchte, worauf ich ebenfalls lachen musste. Es gab gegen Ende der Etappe eine kleine aber heftige und steinige Steigung, die uns eine halbe Stunde gekostet hat, da der Weg wirklich sehr Steil und durch das grobe Geröll nicht ungefährlich war. Oben angekommen, mussten wir uns kurz ausruhen und liefen die restlichen km relativ entspannt zur Herberge.
Die Herberge war toll. Es gab zwar wieder ein Massenquartier aber die Betten wurden durch sichtschutzwände abgetrennt. Ein weiterer Pluspunkt ist, das 10 Leute ein Waschbecken für sich hatten. Und es wieder warme Duschen gab, die nicht nach kurzer Duschzeit wieder kalt wurden.




 

 

Leon Tag 19
Endlich sind wir in Leon angekommen. Ächzend und erschöpft haben wir nach einer Herberge gesucht.
Die Stadt hat sehr viele Sehenswürdigkeiten und jede Menge Kirchen. Unser Ziel war die berühmte Kathedrale Santa María de Regla, im Zentrum der Stadt. Dort brauchten wir neue Pilgerausweise, da unsere nicht Gültig sind. Unsere Herberge war ebenfalls im Zentrum der Stadt und wurden von einer deutschen Hospize freundlich empfangen. Sie zeigte uns die Räume und erklärte, wo wir günstig und gut Essen konnten. Wir hatten Glück das wir noch ein Schlafplatz gefunden haben, denn die Herberge unterteilte Männer und Damen. Die Männer Räume waren schon alle belegt und nur mit einer Ausnahme durfte ich als Betreuer in den Damenschlafsaal übernachten.
In Leon besichtigten wir heute eine Menge Skulpturen, Denkmäler, Kirchen und natürlich die große Kathedrale. Nachdem Essen in einen Restaurant spazierten wir abends noch durch die Gassen von Leon, als Dominik völlig hysterisch zu Tanja und mir ankam und meinte wir müssten ihn mal eben folgen. Um die nächste Seitengasse zeige uns Dominik auf ein Leuchtenes Schild. Dominik meinte, schaut mal genauer hin und wir sahen das große „M“ von Mc Donalds. Alle vier jubelten und wollten unbedingt nach Wochen einen Hamburger essen. Anna und Nadine hatten Tränen in den Augen und auch ich musste kurz schlucken. Tanja hatte uns aber wieder schnell wieder runtergeholt und meinte, das wir uns es nicht erlauben könnten und das wir Disziplin zeigen sollen. Das heißt, 6 Wochen lang uns von keiner Fastfood Kette zu ernähren. Um die Stimmung ein bisschen wieder zu heben, gingen wir in einem Lokal, wo jeder sich ein Getränk aussuchen durfte. 

 

 

 

Rabanal del Camino Tag 20
Erneut haben wir heute eine große Etappe vor uns gehabt. Wir sind über kleine Berge und einem großen Wald gelaufen. Die Aussicht ist wieder einmal unbeschreiblich. Wir hatten viel Schatten und einige Brunnen, was das Laufen sehr erleichterte. Die Herberge war sehr spartanisch und für ca. 100 Leute nur 2 Männer und 2 Frauen Duschen, die zudem kalt waren!!  Früh abends gingen wir in einer Kneipe essen. Es gab Linsensuppe mit Brot und Gulasch als Hauptmenu. Das Essen war lecker, nur das Fleisch sehr knorpelig.  Josef fragte mich, wo denn in der Nähe eine Eis deale ist. Ich schaute in meinen Buch und sagte, dass evtl. in ca. 150 Kilometer einer sei , wo wir alle lachten mussten. 

 

 

 

Manajrin Tag 21
Heute sind wir in Manajrin. Thomas, der selbst ernannte letzte Tempelritter, lebt dort mit seine „Kommune“. Sie haben aus alten Überresten von einem ausgebrannten Dorf in den 50ger Jahre neue spartanische Häuschen gebaut, die nach meiner Ansicht keinen starken Sturm aushalten gebaut. Im Reiseführer wird diese Herberge als Erlebnis pur beschrieben und nur für echte Abendteuer empfohlen. Wir sind natürlich dort abgestiegen! Anna und Josef verstehen die Welt nicht mehr und auch Nadine und Dominik staunten ganz schön, als wir sagten, dass wir hier heute Nacht schlafen werden. In Manajrin gibt es keine Sanitären Anlagen. In einer Regentonne wird gebadet und in einer großen Schale wo sich Regenwasser ansammelt gewaschen. Wer auf die Toilette möchte, musste sich mit einen Plumpsklo zufrieden geben. Das Plumpsklo war für mich die schrecklichste Toilette auf den Camino und die jemals gesehen habe. Mit Klopapier was nur ein bisschen benutzt war, konnte man sich seinen Allerwertesten abwischen und die ganze Sitzfläche vom Klo war voll mit Kot.
Am Abend aßen wir mit den Menschen die dort lebten zusammen. Es gab undefinierbares mit Brot. Das Fleisch im Essen bestand hauptsächlich aus Knochen und Dominik meinte, das freilaufende Katzen in Deutschland besseres bekamen als wir. Doch wir konnten nicht wählerisch sein, da unser Magen knurrte und es weit und breit nichts anderes gibt.
Die Nacht verbringen wir im ersten Stock, zum Glück noch mit zwei anderen Pilgern, da die Atmosphäre schon sehr seltsam ist. Zum Schlafen gab es Matratzen, die bestimmt Jahrzehnte alt waren und richtig Doll nach Schweiß und  anderem gerochen haben, EKELHAFT. Am nächsten Morgen und völlig verkatert, wollten wir nur schnell weiter. Bevor wir gegangen sind, mussten wir und auch aus Höflichkeit mit Thomas und seinen Freunden beten. Thomas nahm dabei ein Schwert und redete irgendwelche Sätze und sang ein kurzes Lied über den Schutz Engel (Raffael) und Michael der Schutzbote. Wie gesagt, es ist dort anders als irgendwo sonst  auf der Welt. Anna und ich mussten beiden Gebet uns richtig zusammen reißen, da einige Szenen schon sehr komisch waren.
Nachdem Gebet gab es von uns eine Spende (davon leben die Leute dort) und machten uns weiter auf Weg. Ach ja..Keiner von war dem gestrigen Tag auf der Toilette, der Wald war uns lieber .


 

Ponferrada Tag 22
Heute haben wir einen leicht bewölkten Morgen gehabt mit Nebel bis zum Mittag. Das war sehr angenehm. Am Mittag hatten wir einige Leute getroffen, die wir zu Beginn kennengelernt hatten.
Anna und Dominik freuten sich besonders, da sie natürlich viel zu erzählen hatten. Plötzlich konnte Anna auch zügig laufen, da sie mit Tempo unsere Kollegen mithalten musste . Das war zudem ein schöner und positiver Effekt der Tanja und mich mal ohne „wann sind wir denn endlich da“ Gestöhne laufen ließ.
Am Nachmittag war es wieder richtig heiß und wir waren froh die Herberge schon um 15 Uhr erreicht zu haben. Josef und ich gingen noch ein bisschen das Dorf erkunden, während der Rest bei den anderen Pilgern im Gruppenraum saßen und Wein tranken.

 

 

O cebreiro Tag 23
Liebes Tagebuch,
Heute war sehr anstrengender Tag. Die Etappe war erneut (zu) lang. Das heißt 24 km und kaum Schatten. Die Sonne knallte auf die Haut und wir mussten trotzdem zusätzlich Klamotten überziehen, damit wir keinen Sonnenbrand bekommen. Uns gab man den Rat, dass es sehr unmotiviert macht, wenn man an vielen Stellen Sonnenbrand hat und nur noch mit Schmerzen läuft und deshalb freiliegende Stellen bedecken sollte.
Die Landschaft dafür war großartig. Wir konnten und können im Dorf sehr weit in die Ferne sehen, da wir uns auf ca.  1400 Meter befinden.
Die Mädels gingen schon früh schlafen und wir Jungs saßen auf einer Mauer und hatten uns von Kiosk eine Dose Bier gekauft und quatschen über den heutigen und gestrigen Tage.

 

 



 

Triacastela Tag 24
Wir wurden früh geweckt und sind um 6.30 Uhr schon wieder auf die Beine. Heute war es sehr anstrengend, da wir eig. Eine kürzere Etappe geplant haben. Doch leider machen am Mittag die Herbergen noch nicht auf, sodass wir bis 15:30 gelaufen sind.“Wann sind wir denn endlich, endlich da“, war der Standard Satz der letzen 10 km. Die kirchliche Herberge ist okay. Es gibt für Frauen und Männer getrennte Duschen und Toiletten. Unser Abendessen bestand aus Sandwiches und eine Flasche Cola Zero. 

 



 

 

Ferreiros Tag 25
Es ist 6 Uhr und wir haben nach ca. 26 km unsere Herberge erreicht. Wir hatten Glück, denn viele Plätze waren nicht mehr frei. Die ersten Kilometer heute, gingen wir wieder im Rhythmus rauf und runter. Josef und Dominik waren die ersten im Dorf, die Mädels und ich kamen ca. 30 Minuten später. Die Schlafräume sind ganz okay, schade ist nur, dass keine einmal-Bezüge vorhanden sind. Dafür gibt es drei Duschen, sodass wir relativ zügig fertig waren und noch Zeit hatten die Kapelle im Dorf zu sehen.



Melide/ Villafranca Tag 26
Wir sind auf dem Weg nach Melide. Der Weg dorthin erinnert ein wenig an zuhause. Keine Steigungen, sondern knapp 30 km durchweg plattes Land. Um uns herum gibt es viele Getreidefelder und dazwischen einzelne Bauernhöfe. Leider gab es keinen Schatten und wir mussten diese knapp 30 km durch die pralle Sonne laufen. Doch auf dem Weg waren auch einige andere pilger, mit dem wir redeten und einige km zusammen gelaufen waren. Dort hatten wir Thomas kennengelernt. Er lebt in Krefeld  und freundete sich schnell mit uns an. Vor allem für unsere vier war es eine Abwechslung sich mal wieder mit einem deutschen zu unterhalten der auch aus der Nähe kommt. Thomas wusste innerhalb kürzester Zeit die Geschichte der Lebenshilfe und das Privatleben von Anna und Dominik . Es machte ihn nichts aus und wir gingen auch in die selbe Herberge.
In der Herberge war eine Frau, die für eine Zeitung in der USA arbeitet und hatte uns auch prompt gefragt, ob wir ein Interview geben. Wir sagten natürlich nicht nein und erzählten über unser Vorhaben und wie es dazu kam. Sie war sehr begeistert und wollte einen großen Bericht darüber schreiben, was uns allen natürlich sehr stolz macht. Am Abend saßen wir mit Thomas und einigen anderen deutschen draußen auf der Terrasse, erzählten über dies und jenes und tranken dabei ein Glas Wein.



 


Tag 27 -Gonzar
29.05.2011
Heute sind wir nach ca. 25 Kilometer in Gonzar angekommen. Gonzar ist ein kleines Dorf mit ca. 300 Einwohner. Unsere Herberge hat knapp 40 Plätze in einem großen Schlafsaal. Am späten Nachmittag lernten Josef und Dominik Alexa kennen, die ebenfalls den Jakobsweg pilgert. Sie zeigt den beiden Jungs wie man große Steine senkrecht aufstellt, ohne dass sie fallen. Die Jungs und Andreas sind sehr verblüfft und versuchen mehrere Stunden große spitzzulaufende Steine aufzustellen. Dabei waren die Jungs sehr konzentriert und es ist für Andreas schön zu sehen, dass die beiden so richtig abschalten konnten.
Während der Nacht kam Andreas nicht zum Schlafen, da mehrere Leute im Raum heftigst Schnarchten und er verließ den Schlafsaal mit samt Matratze. Einige Minuten später ging auch Tanja nach unten zum Flur wo Andreas es sich gemütlich gemacht hatte. Tanja orderte Andreas auch ihre Matratze zu holen ( 2. Stock, sehr Müde, schwere Matratze, 0.00Uhr). Nach ca. einer halben Stunde haben wir zum Schlaf gefunden, als eine weitere Person den Schlafsaal verlässt (weil ihr Mann stark schnarchte), sie legte sich nur eine Decke auf den kalten, harten Boden und versuchte erneut zu schlafen. Andreas bekam daraufhin ein wenig Mitleid und holte die Frau zu sich und Tanja. Wir lagen nun mit 3 Personen auf 2 Matratzen, Andreas mehr oder weniger auf dem Boden und versuchten zu schlafen.
Plötzlich, (es ist kein Scherz!!) fing die Frau ebenfalls an, wie ein Elefant der sich Nase putzt, zu schnarchen. Tanja und Andreas versuchten vergeblich die Frau mit wilden rumgeschupse leise zu bekommen, was jedoch nicht klappte.
Am nächsten Tag völlig gerädert und übermüdet sind wir weiter nach Santiago gelaufen.


 

Tag 28 - palas de Rei

Es ist sehr warm. Kurz vor Santiago gibt es noch tatsächlich noch mal eine Etappe, die für uns anspruchsvoll ist, da es ständig Steigungen gibt.
Zum ersten Mal sind wir an Eukalyptusbäumen vorbei gelaufen, die einen ganzen Wald danach duften lassen. Zudem ist dort ein Selbstbedienungsstand, an dem man sich für eine kleine Spende Obst und Kaffee nehmen konnte. Nach knapp 30 Kilometer sind wir am späten Nachmittag in der Herberge angekommen und waren sehr müde. Wir kauften im Supermarkt ein paar Dinge fürs Kochen, da die Herberge über eine Küche verfügt. Am Abend gingen die Damen schon früh schlafen und wir Jungs teilten uns eine Flasche Bier und machten es uns auf einem Felsen gemütlich.





Tag 29 Auf nach Santiago


Wir laufen unsere letzte Etappe.
Früh morgens um 6 Uhr, machten wir uns auf dem Weg. Alle waren sehr gut gelaunt, aber auch so gut wie am Ende mit den Kräften. Ein letztes Mal liefen wir durch Eukalyptuswälder und über kleinere Steigungen. Ein letztes Mal mussten wir Betreuer und Dominik, Anna  motivieren doch endlich zu laufen. Ein letztes Mal verirrte sich Josef ein einer Kreuzung (er lief immer geradeaus^^). Ein letztes Mal sangen Nadine und Andreas während des Laufens, Songs von den Flippers. Ein letztes Mal liefen wir als eine stark zusammen geschweißte  Gruppe eine Etappe. Am späten Nachmittag kamen wir nach ca. 30 anstrengenden Km in Santiago an. Wir liefen direkt zur Kathedrale, um unsere Urkunden zu holen. Nachdem Aushändigen unserer Urkunden applaudierten viele Menschen, denen wir auf unserem Weg begegnet waren. Ein wirklich rührendes Gefühl!
Nach anschließend vielen gemachten Fotos über uns und die Stadt, suchten wir ein letztes Mal nach einer Herberge. Am Abend aßen wir in einem richtigen Restaurant. Es gab zur Abwechslung KEINE Pilger-Menüs, sondern Pommes/Kroketten mit Schnitzel. Anschließend gingen wir in unsere Herberge und haben gemeinsam und ausführlich über unsere Pilgerwanderung gesprochen. Über Höhen und Tiefen, sowie den vielen schönen Erlebnissen und neuen Bekanntschaften.